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Von Australien nach Lindlar

30. Oktober 2026gymnasiumAllgemein

Was gibt es Spannenderes als neue Länder, deren Kulturen und Menschen kennenzulernen? Genau das hat sich auch Indiana „Indi“ Vernieux aus Australien gedacht, der zurzeit in der Stufe E Austauschschüler an unsere Schule ist.

 

Wir haben die Chance genutzt, ihn durch ein Interview näher kennenzulernen und seine bereits gewonnenen Eindrücke von Lindlar/Deutschland herauszufinden.

Wir haben das Interview in Indis Muttersprache Englisch geführt, hier aber ins Deutsche übersetzt.

 

Indi: Hallo, mein Name ist Indi. Ich bin sechzehn Jahre alt und komme aus Ocean Grove im Süden von Australien.

Reporterin: Ich freue mich sehr, dass du die Zeit gefunden hast, uns ein paar Fragen zu beantworten. Was ist dein liebstes Hobby oder deine größte Leidenschaft?

I: Ich habe viele Hobbys. Ich spiele Tennis, surfe gerne, fahre gerne Ski, auch wenn es in Australien nicht so hohe Berger gibt, und beschäftige mich gerne mit LEGO. Manchmal gehe ich auch gerne wandern, aber nicht in Australien, sondern lieber hier oder in Österreich.

R: Jetzt haben wir dich schon mal ein bisschen kennengelernt. Uns interessiert natürlich auch wahnsinnig, wie es in Australien so ist. Wenn du also deine Heimat in drei Wörtern beschreiben müsstest, welche wären das?

I: Im Sommer ist es sehr schön, dort surfen zu gehen. Es ist nämlich eine Beachy Town. Es kann sehr heiß werden. Ein normaler Tag hat beispielsweise 40 Grad Celsius, doch das Heißeste, woran ich mich erinnern kann, waren 55 Grad. Es gibt auch viele verschiedene Geschäfte dort. Sowohl Fish & Chips-Shops als auch Bäckereien. Natürlich gibt es den großen Strand, wo man herumrennen kann, mit vielen Wellen.

R: Das klingt sehr spannend. Nun zu unserer nächsten Frage: Was ist ein Klischee über Australien, was nicht stimmt?

I: Viele Leute denken, Australien sei eine Wüste, wo überall Kakteen stehen. Das stimmt aber nicht. Es gibt zum Beispiel einen wunderschönen Regenwald. Außerdem denken viele, dass es dort überall giftige Tiere wie Skorpione, Schlangen und Spinnen gibt. Aber ich habe seit Jahren keinen Skorpion mehr gesehen. Spinnen gibt es schon einige, eine heißt zum Beispiel Daddy Longlegs. Das ist die süßeste Spinne, die es gibt. Wenn sie dich beißt, passiert nichts.

R: Also das wäre ja mein persönlicher Albtraum. *Lacht*

I: *Lacht* Ich meine, wir haben auch Krokodile. Da wäre ein Biss dann doch etwas gefährlicher. Einmal war ein Krokodil bei einem Freund von mir im Pool. Das war ein bisschen gefährlich. Und einmal hat eine Riesenschlange eins meiner Hühner gefressen. Aber all diese Tiere befinden sich nur in bestimmten Bereichen. Und wenn es ein Schild gibt auf dem: „Achtung!“ steht, muss man einfach nur diesen Ort meiden und dann begegnen einem diese Tiere meistens auch nicht.

R: Na das hört sich etwas besser an. Aber warum genau hast du dich für Deutschland als Austauschland entschieden? Ich meine, hier gibt es, zum Beispiel, nicht so viele spannende Tiere.

I: Meine Mutter kann ziemlich gut Deutsch, weil sie lange in Österreich gelebt hat. Außerdem habe ich deutsche Wurzeln, meine Mutter ist nämlich auch zu einem Teil deutsch. Zusätzlich dazu mag ich die Atmosphäre von Deutschland. Alles ist so süß.

R: Sehr interessant. Als du damals in Deutschland angekommen bist, was war das Erste, was du gedacht hast, als du aus dem Flieger ausgestiegen bist?

I: Das ist eine gute Frage. Ich glaube, ich war vor allem super nervös, meine Gastfamilie kennenzulernen. Ich habe gehofft, dass sie nett sind, weil ich die nächsten 5 Monate bei ihnen bleibe. Außerdem war ich sehr müde. Gleichzeitig habe ich mich aber auch wahnsinnig auf die Zeit gefreut.

R: Wie schön! Und als du dann angekommen bist, was waren so die größten Unterschiede zwischen Deutschland und Australien, die dir so aufgefallen sind?

I: *Lacht* Also ihr fahrt auf der falschen Straßenseite.

R: Das sagst du! Aber ist dir auch ein kultureller Unterschied aufgefallen? Haben die Menschen hier dich anders behandelt oder ist es in Australien genauso?

I: Ich würde sagen, die Menschen hier sind netter. Gut, ich konnte sie nicht immer verstehen, aber sie wirkten freundlicher.

R: Wo wir gerade schon beim Thema Sprechen sind: kannst du dich noch daran erinnern, was das erste deutsche Wort war, welches du gelernt hast?

I: Ich glaube das war: „Danke“, „Hallo“ oder „Wie geht es dir?“. Und natürlich auch „Entschuldigung“.

R: Nun bist du ja auch bei uns in der Schule und hast schon etwas Unterricht miterlebt. Worin unterscheiden sich die deutsche und die australische Schule?

I: Also die Schule bei uns fängt erst um 09:00 Uhr an und geht bis 15:00 Uhr. Der Schulbeginn hier ist viel früher und mir auch zu früh. *Lacht*. Aber ihr habt Freistunden, die wir nicht haben. Hier ist es also so gesehen deutlich entspannter und auch die SchülerInnen hier sind entspannter und netter. Auch der Kleidungsstyle hier ist anders.

R: Inwiefern?

I: In Australien haben wir nämlich Schuluniformen, was es in Deutschland nicht gibt.

R: Und wie gefällt dir das, hier keine Schuluniform tragen zu müssen?

I: Nun ja, einerseits ist es sehr stressig, sich jeden Tag überlegen zu müssen, welches Outfit man anzieht; andererseits kannst du ausleben, wer du wirklich bist und musst dich nicht in eine Uniform reinzwängen, die nicht zu dir passt. Aber ich glaube, ich mag es lieber, eine Schuluniform zu tragen.

R: Wenn du dann im Unterricht sitzt, welches ist dein Lieblingsfach und welche Fächer gibt es so gar nicht in Australien?

I: Also ich finde Englisch am interessantesten, weil man dort einfach die Freude merkt, dass andere es sprechen wollen und lernen wollen, und die Motivation liegt überall in der Luft. In Australien haben wir die Sozialwissenschaften nicht als Fach. Allgemein sind die Jugendlichen hier politischer als in Australien.

R: Wenn die Schulwoche geschafft ist, wie verbringst du deine Wochenenden in Australien?

I: Meistens mache ich etwas mit meinen Freunden. Wir gehen manchmal in die Stadt oder an den Strand. Eigentlich dasselbe, was ich auch hier tue – nur ohne den Strand.

R:  Nun hat Deutschland ja auch besonderes Essen: Was hast du denn schonmal probiert und wie hat es dir geschmeckt?

I: Also ich mag Leberkäse. Ich habe natürlich auch schon Kartoffelsalat probiert, aber ehrlich gesagt, schmeckt es mir nicht so gut. Also es ist ok, aber nicht mein Lieblingsessen. Und dann habe ich auch noch Currywurst gegessen, aber es hat mir gar nicht geschmeckt.

R: Welches Essen aus Australien vermisst du denn? Habt ihr dort auch besonderes Essen, was es so in Deutschland nicht gibt?

I: Auf jeden Fall „Fish & Chips“ und dann auch Vegemite. Das ist ein Australischer Brotaufstrich, der relativ salzig ist. Tatsächlich haben schon einige Freunden in Deutschland ihn probiert, er hat aber niemandem geschmeckt. Außerdem vermisse ich auch „Fairy Bread“.

R: „Fairy Bread“? Was genau ist „Fairy Bread“? Es hört sich sehr lecker an.

I: Also „Fairy Bread“ ist Toast mit Butter worauf ganz viele Zuckerstreusel sind. Es ist sehr lecker.

R: Das hört sich wirklich sehr lecker an. Als letzte Frage: Worauf freust du dich am meisten in diesem Austausch?

I: Ich freue mich sehr darauf, Deutsch zu lernen. Außerdem freue ich mich, Deutschland einfach kennenzulernen, neue Freundschaften zu schließen und die Kultur hier zu erleben.

R: Alles klar. Vielen Dank für deine Zeit.

 

Wir hoffen, ihr konntet Indi und sein Heimatland Australien jetzt ein bisschen besser kennenlernen. Wir bedanken uns für das Interview und wünschen Indi weiterhin viel Spaß für die restliche Zeit in Deutschland.

Isabell Hamböcker, EF

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